Nervensystem und Ernährung

Gesunde Ernährung aus chiropraktischer Sicht

Nervennahrung – urbaner Mythos, um Schokolade nach dem Beziehungs-Aus zu rechtfertigen oder können wir uns wirklich unbesiegbar futtern?

Tatsächlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Es gibt durchaus bestimmte Lebensmittel, die das Nervensystem stärken, dazu zählen aber definitiv nicht Gummibärchen und Eistorte.

Dein Nervensystem kann, was du isst

Frei nach dem schwedischen Knäckebrot-Hersteller haben wir das Sprichwort etwas angepasst. Ernährung gehört für uns ebenso zu den Säulen der Gesundheit dazu wie Bewegung und Schlaf. Denn wie die anderen Säulen hat auch unsere Ernährung einen großen Einfluss auf die Gesundheit, da sie direkte Auswirkungen auf unser zentrales Nervensystem hat. Dieses durchzieht unseren gesamten Körper wie ein Netz. Seine oberste Schaltzentrale ist das Gehirn. Um richtig zu funktionieren benötigt unser Gehirn vor allem drei Dinge: Sauerstoff, Zucker und Bewegung. Gerade in Stresssituationen schreit es förmlich nach schnellem Zucker und verbraucht – je nach Stresslevel – von der Glukose, die wir über die Nahrung aufnehmen, 25 bis zu 90 Prozent. Um ein kurzfristiges Tief zu überwinden, kann ein Stück Traubenzucker also tatsächlich helfen, langfristig gesehen braucht unser Nervensystem jedoch eher komplexere Kohlenhydrate und diverse Nährstoffe, um bestmöglich zu arbeiten. Auch eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mikronährstoffen ist essenziell.

Zu den wichtigsten Vitaminen für das Gehirn zählen die des B-Komplexes. Diese sind wasserlöslich, wodurch sie sich zwar in allen wasserhaltigen Bereichen des Körpers (Zellzwischenräumen und Blut) verteilen, aber kaum gespeichert und bei übermäßigem Verzehr einfach ausgeschieden werden. Daher ist es wichtig, sie regelmäßig in die Ernährung zu integrieren – sowohl für den Stoffwechsel als auch die Stärkung des Nervensystems. Dabei wird Vitamin B1 benötigt, um Glukose verfügbar zu machen und die Nerven anzuregen, B6 fördert den Stoffwechsel von Aminosäuren (spezifische Eiweiße) und unterstützt die Bildung von Neurotransmittern – im Gehirn aktive Botenstoffe – wie GABA, Dopamin und besonders wichtig, Serotonin.

Die Mineralstoffe Magnesium und Kalzium haben wiederum Einfluss auf die Übertragung der Nervenreize. Natürlich gibt es darüber hinaus noch viele weitere wichtige (Mikro-)Nährstoffe und Vitamine. Über eine ausgewogene Ernährung können in der Regel die meisten dieser Stoffe in ausreichender Menge für das Nervensystem verfügbar gemacht werden.

Folgende Nahrungsmittel gehören aus unserer Erfahrung auf jeden Speiseplan für ein ausgeglichenes Nervensystem und sind durch ihre Inhaltsstoffe und Eigenschaften wahre Stresskiller:

  • Nüsse
  • Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Linsen)
  • Mandeln
  • Ingwer
  • Petersilie
  • (Pseudo-)Getreide (Hafer, Weizenkleie)
  • Hefe
  • Gemüse (Paprika, Mangold, Brokkoli, Lauch, Spinat)
  • Oliven
  • Fleisch
  • Fisch (Lachs, Sardinen, Salzheringe)
  • Milchprodukte (Käse, Joghurt, Quark)
  • Eigelb
  • Ungesüßter Kakao und dunkle Schokolade

Aus diesen Zutaten lassen sich definitiv einige leckere Speisen und gesunde Snacks kombinieren.

Natürlich stehen wir Ihnen auch für eine individuelle Beratung gerne zur Verfügung.