Schlaf und Erholung – so wichtig wie essen und trinken

Schlaf ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Dabei machen wir uns wenig Gedanken über unser Schlafverhalten – bis es gestört ist. Denn erst dann merken wir, wie wichtig Schlaf für unser physisches und psychisches Wohlbefinden ist. Trotzdem wurde die Nachtruhe lange Zeit nur als Unterbrechung des Tagesablaufs gesehen. Heute wissen wir dank der Forschung, wie essenziell gesunder und erholsamer Schlaf tatsächlich ist.

Unsere innere Uhr – die tickt doch nicht mehr ganz richtig

Ähnlich wie bei den Vögeln, die häufig verwirrt von der Straßenbeleuchtung schon viel zu früh ihr Morgenlied anstimmen, erging es den Menschen um 1900. Elektrisches Licht brachte ihre innere Uhr durcheinander. Ursprünglich standen wir mit der Sonne auf und gingen mit ihrem Untergang wieder zu Bett – schlicht und ergreifend, weil es zu dunkel war, um weiter zu arbeiten. Mit der Erfindung der Glühbirne war es möglich, auch nachts zu arbeiten, und Schlaf wurde als zunehmend unnötige Unterbrechung des Alltags angesehen. Erst Jahrzehnte später begannen Forscher, den Schlaf genauer zu untersuchen, und fanden so heraus, dass er für unsere Gesundheit ebenso wichtig ist wie essen und trinken.

Obwohl gesunder Schlaf unserer Erholung dient, ist er keine rein passive Tätigkeit. Im Gegenteil: Unser Gehirn arbeitet dabei phasenweise auf Hochtouren, um alle Eindrücke des Tages zu verarbeiten. Währenddessen sind Puls, Atmung und Kreislauf verlangsamt und der Körper reagiert nur schwach auf äußere Reize. Ein gesunder Nachtschlaf besteht aus zwei Phasen. In der ersten, dem sogenannten Tiefschlaf, erholt sich der Körper. In dieser Zeit werden Bausteine, die für Erhalt und Reparatur unserer Organe benötigt werden, gebildet. Deswegen verlangsamst ausreichend langer Schlaf auch unseren Alterungsprozess. In der zweiten, der Traum- oder auch REM-Phase, findet die geistige Erholung statt. In Schlaflaboren durchgeführte Untersuchungen zeigten, dass Menschen, die in dieser Phase geweckt wurden, bereits nach zwei Tagen psychische Auffälligkeiten aufwiesen. Depressive und aggressive Verstimmungen waren die Folge – entzogen die Forscher den Probanden über mehrere Wochen die REM-Phase, traten sogar Angstzustände und schwere Psychosen auf. Auch körperlich macht sich Schlafmangel früher oder später bemerkbar. So begünstigt er beispielsweise Entzündungen im Körper und damit einhergehende Arteriosklerose – chronische Schlafstörungen können sogar Diabetes fördernd wirken. Häufig klagen Menschen, die unter Schlafmangel leiden, auch über direkt spürbare Symptome wie Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder Bluthochdruck. Darüber hinaus verringert ständiger Schlafmangel die Gedächtnisleistung, da Gelerntes nicht im Hirn verankert werden kann. Dies bestätigten Tests, in denen Probanden nach unterschiedlich langer Schlafdauer zuvor gelernte Vokabeln abgefragt wurden. So wie unser Gehirn arbeitet auch das Immunsystem auf Hochtouren, während wir schlafen. „Schlaf dich gesund“ – ist also wörtlich zu nehmen. Immunaktive Stoffe werden während des Schlafens besonders aktiv ausgeschüttet, so lassen sich Infektionen tatsächlich am besten im Schlaf bekämpfen. Dabei ist unser Körper so schlau, uns ein verstärktes Gefühl von Müdigkeit zu geben, wenn wir kränkeln, um sich selbst zu heilen. Im Umkehrschluss sinkt die Immunabwehr ohne ausreichende Ruhephasen.

Damit unser Magen eine erholsame Nacht nicht unterbricht, schüttet unser Körper das Hormon Leptin aus – das wirkt Appetit hemmend und lässt uns acht Stunden durchschlafen. Im Wachzustand ist der hormonelle Gegenspieler Ghrelin aktiv. Forscher sehen darin den Grund für Übergewicht bei Menschen mit chronischen Schlafstörungen. Ausreichend Schlaf ist also auch für diejenigen, die auf ihr Gewicht achten wollen, förderlich.

Um es auf den Punkt zu bringen: Schlaf dient der Regeneration des Körpers und nimmt Einfluss auf alle Bereiche unserer Gesundheit und unseres Lebens. Um also den täglichen Herausforderungen gewachsen zu sein, ist er unentbehrlich. Als tragende Säule ganzheitlicher Gesundheit sind Schlaf und Regeneration daher auch in unserer Praxis ein wesentliches Thema – zudem erzählen uns viele Patienten, dass sie nach der Justierung endlich mal wieder richtig gut und tief geschlafen haben. Sie haben hierzu Fragen? Dann sprechen Sie uns gerne an.