Gesund trinken leicht gemacht

Die richtige Menge zum richtigen Zeitpunkt

Richtig trinken – das Prinzip ist ganz einfach: Gleichmäßig über den Tag verteilt benötigt ein Erwachsener etwa 30–40 ml Wasser pro kg Körpergewicht. Für eine Person von 60 kg liegt die Menge demnach zwischen 1,8 und 2,4 Litern. An heißen Tagen oder bei sportlichen Aktivitäten nimmt der Flüssigkeitsbedarf zu, da der Körper durch vermehrtes Schwitzen zusätzlich Wasser verliert. Warum wir so viel trinken müssen, liegt auf der Hand: Jeder Mensch besteht zu ca. 70 Prozent aus Wasser. Im Laufe des Tages verliert der Körper durchschnittlich zweieinhalb Liter Flüssigkeit über Haut und Lunge. Um nicht auszutrocknen, sollte deshalb kontinuierlich der Wasserhaushalt im Körper ausgeglichen werden.

Wasser: der Motor des Organismus

Wasser übernimmt viele wichtige Aufgaben im Organismus. Es ist sowohl an allen biochemischen als auch an vielen physiologischen Prozessen beteiligt. Das heißt: Ohne ausreichende Wasserversorgung läuft nichts! Obwohl das Thema „ausreichend und richtig Trinken“ häufig in wissenschaftlichen Abhandlungen oder auch Massenmedien aller Art zur Sprache kommt und bei der breiten Bevölkerung ein solides Grundwissen darüber vorherrscht, trinkt über die Hälfte der Deutschen zu wenig Wasser. Dabei ist es egal, ob die alte Faustregel „1,5 Liter pro Tag“ oder die inzwischen individuelleren Vorgaben, also täglich gut 30 ml Flüssigkeit pro kg Körpergewicht zu sich zu nehmen, zurate gezogen werden. Auch dass der Körper über die Nahrung bis zu einem Liter Flüssigkeit aufnimmt – wobei Obst und Gemüse mehr Wasser liefern als beispielsweise Brot oder tierische Produkte –, gleicht das zu-wenig-Trinken nicht aus.

Vor allem in Hinblick auf den durchschnittlichen Flüssigkeitsverlust von zweieinhalb Litern Wasser pro Tag wirkt sich dieser Mangel negativ auf den gesamten Organismus aus – Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und vieles mehr können die Folgen sein. Tagsüber sollte der Wasserhaushalt daher gleichmäßig in Viertelliter- bis Halbliterrationen aufgefüllt werden, so lässt sich das Warnsignal „Durst“ vermeiden. Denn damit meldet der Körper, dass er bereits unter Flüssigkeitsmangel leidet. Wer also erst in diesem Moment zum Glas greift, hat schon zu lange nichts mehr getrunken. Im Alter lässt das menschliche Durstempfinden übrigens nach. Dies birgt Gefahren für den Körper, da der Flüssigkeitsbedarf nicht, wie ursprünglich angenommen, mit dem Alter abnimmt. Leider haben sich auch übermäßiges Trinken oder der Versuch, auf Vorrat zu trinken, als sinnlos erwiesen. Pro Stunde kann der Körper nur ca. 0,8 bis einen Liter Wasser aufnehmen. Daraus folgt, dass größere Mengen einfach ungenutzt wieder ausgeschieden werden. Auch nachts verliert der Körper Flüssigkeit. Dieser Verlust kann im Schlaf natürlich nicht ausgeglichen werden. Daher empfehlen Ernährungsexperten, direkt nach dem Aufstehen ein großes Glas Wasser zu trinken, um die Körperspeicher aufzufüllen.

Hin und wieder benötigt der Organismus jedoch mehr Wasser als gewöhnlich. Gründe hierfür kennen wir alle: vermehrte körperliche Aktivität wie Fahrradfahren und Joggen oder einfach steigende Temperaturen. Erforderliche Flüssigkeitsmengen orientieren sich dabei am steigenden Wasserverlust, z.B. über vermehrtes Schwitzen beim Sport. An warmen Tagen benötigt der Körper das Wasser vor allem zur Kühlung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit dem richtigen Trinkverhalten nicht nur Dehydration und damit einhergehende Symptome wie Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwäche vermieden werden können, sondern sich auch das allgemeine Wohlbefinden steigern lässt.

Noch ein kleiner Tipp am Rande, der gesund trinken leichter macht: Auch wenn Wasser als das gesündeste Getränk gilt, ist ein wenig Abwechslung, z.B. mit ungesüßtem Tee oder Saftschorlen, eine gute Möglichkeit, gesund Flüssigkeit aufzunehmen und gleichzeitig geschmackliche Vielfalt zu erleben.